Kanada/Canso

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TUNA TROPHY 2011

Mit dem atlantischen Bullen im gleichen Ring …… Adrenalin, Angst, Schmerzen, Tränen, Siegesgefühl und Freudenschreie….

Hallo Angelfreunde!
Wieder berichte ich von unserem Erlebnis. Diesesmal waren wir in Nova Scotia – Canso / Kanada. Vorab
möchte ich sagen, daß dieser Catchreport von Angler zu Angler ist und nicht irgendeine Werbung. Ich versuche euch das rüberzubringen was ich erlebt habe. Mit der Condor flogen wir von Frankfurt Richtung Halifax. Ca. 7 Stunden dauerte unser Flug. Es war Neuland für mich. Noch nie war ich in Kanada. Umso mehr in den USA. Ich dachte mir daß die Kanadier nicht anders sind. Die Woche hat mich eines besseren belehrt. Ich hatte nie gedacht, daß dieses Volk sooo freundlich und cool ist.. Unglaublich!

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„Der Blauflossenthunfisch ist sein Leben lang ein gieriger Räuber. Dieser überdurchschnittliche Appetit ist auf einem wesentlichen Vorteil aufgebaut. Blauflossenthunfische, ähnlich wie z.B. der Mako-Hai, können Bewegungsenergie in Wärmeenergie umwandeln und im Körper speichern. Dies ist auf die parallel laufenden Aterien und Venen zurückzuführen. Somit ist die Körpertemperatur der Thune teilweise 15°C wärmer als die der meisten Beutefische. Diese Tatsache, kombiniert mit dem für Geschwindigkeit ausgelegten Körperbau, macht den Blauflossenthunfsich zu einem perfekten Jäger.“

Unsere Boote im Turnier :

Papa`s Knoty`T Bouys
Ashley Dawn
Catching Chaos
Double “ H “
New Moon 07

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Bekannte Leute haben seit jeher dem Bluefin nachgestellt. Zum Beispiel haben sich der US Präsident Franklin Roosevelt und Al Capone dieses Abenteuer nicht nehmen lassen. Beide waren mehrmals auf Nova Scotia erfolgreich. Einer von Al Capone’s Weggefährten hatte sogar den Spitznamen „Big Tuna“. (Tunaxxl.com)

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Ein paar Zeilen möchte ich den Thunfischern von Canso widmen. Das sind zum Teil verrückte Skipper. 90 Km/h Winde. 22 m/s. Das sind 9 Bf.
5 Meter Wellen: „Und ich frage Howard ob wir nicht lieber Inshore fahren sollten.“ Antwort: „Wieso ? Bestes Tuna Wetter!“ Hehehehe! Und er grinst und sagt mir daß er über 50 Jahre Fischer ist.. Die ersten 10 jahre hat er jeden Tag gekotzt!
Super liebe Menschen. Ein grosses Lob an die Skipper von Canso. Diese eine Woche werde ich mein Leben nicht vergessen. Danke!

Achtung! Nichts für Badewannenangler!

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Während der Trophy haben wir jeden Tag unser Boot und den Skipper gewechselt. Immer entschied der Kapitän ob der Fisch entnommen werden darf oder wieder releast wird… Z.B. unser erster Fisch hatte 350 lbs und der war für „Dave“ zu klein.. Baby sagt er und hat die Schnur am Circelhook gekappt.

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Tuna Lizenzen haben 20 Leute in Canso die bis zu 500.000 $ wert sind. Eine neue Lizenz zu erwerben ist unmöglich. Wer wann und wieviel Fisch entnehmen darf ist von der kanadischen Fischerreibehörde (ICCAT) sehr streng geregelt…und wird auch kontrolliert. Während ich im Drill war ist einige Male ein Flugzeug der Behörde über uns geflogen und hat Fotos geschossen.

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Was mich auch fasziniert hat, das alle Boote miteinander cooperieren. Z.B. „Double „H“ Hookt -Up!“ meldet Howard. Wenn der Fisch am Boot festgemacht ist wird es erneut gemeldet… Von den übrigen Booten kommen dann Gratulationsmeldungen. Somit weiß jeder Fischer wo gerade der Thunfisch sich aufhält.

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Am ersten Tag waren wir mit „Dave“ unterwegs. Das Boot die „Chaching Chaos“. Unser Kiteman Jaeson hat 8 Stunden lang bei Wind und Wetter den Drachen mit der rechten Hand gehalten. Respekt sage ich ihm… Lange muss er jetzt die linke Hand benutzen. Hehehe. Wir warten und warten… Plötzlich explodiert die Wasseroberfläche. „Hooooookkkk-Uppppp!“ schreit Jaeson… Mein Angelkollege enscheidet sich im stehen zu drillen. „Stand Up“ und der Kampf beginnt… Nach ca. 45 min sehen wir den Fisch ….“Was für ein schönes Tier !“ unglaublich und riesig denken wir… Sofort holt uns Dave runter von unseren Träumen und sagt „It´s a Baby!“. TILT!!! Das ist ein Baby?!? Oh Gott nein, oder? Doch, doch sagt er und realest den Fisch schonend .

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Der Fisch wird hinter dem Boot bis zum Hafen geschleppt. Dort warten die „Buyer“. Mit einem Kran wird der Fang an Land gebracht. Zunächst wird der Fisch komplett gewogen. Danach ohne Kopf und Schwanz. „Drest“ nennen sie das.. Und ein Tuna log-document wird ausgefüllt, wann, wo, welcher Köder, Breitengrad usw. Jetzt darf der Fischer 6 Std. nicht mehr rausfahren und für ihn ist somit der Tag gelaufen.

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Mit 130er Penn Rollen haben wir geangelt… 300 Mono-Topshot und 200 Draconschnur als Backing. Die Ruten waren 160 lbs AFTCO Tuna Stick. Ein System mit Kite die ohne Loch, 4 Löcher und 8 Löcher haben. Je nach Wind wird der Drachen gewechselt. Mit einem Releaseclip ist dann an dem Kite eine Makrele am Circelhook und wird an der Wasseroberfläche angeboten.
Das zweite System ist ein Downbait. Mit einem Luftballon wird die Makrele in etwa 20 Metern angeboten.

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Am nächsten Tag ist eine Ausfahrt nicht möglich, also vertreiben wir unsere Zeit mit „skeeting“, Tontauben schiessen. Danach gehe ich zu meinem Lieblings Lobsterfischer „Berkley“. Was für ein netter Mensch. Bei ein zwei Bier unterhalten wir uns über das Fischen. Immer mehr Skipper kommen dazu. Ich hatte bei Berkley Lobster bestellt. Die Hälfte wird gekocht und die andere Hälfte mit Knoblauchbutter gegrillt… Lecker! Nach netten langen Gesprächen finden alle Skipper den 350 lbs Thunfisch auch als Baby! Bis spät in den Abend geht unsere Unterhaltung weiter… Ich habe noch nie so viel gelacht in einem Angelurlaub! Ich sage es immer wieder: „Super typen diese kanadischen Skipper“.

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Am nächsten Morgen werden wir mit der „Papa Knoty´s T Bouyus“ fahren. Der Skipper Kewin und Howey. Ich weiß es, ich werde morgen einen fangen. Irgendwie sagt mir mein Gefühl morgen ist mein Tag. Was Alcapone und Roosewelt konnten kann ich schon lange. Ja ich fange einen, denke ich mir.

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Nächsten Morgen um 6:00 Uhr treffen wir uns mit Kewin. Nach einer kurzen Ausfahrt halten wir an um Makrelen zu fangen. Kewin erzählt mir daß er seit 35 Jahre Tunafisher sei. Wir fahren Offshore ca. 30 min und wieder warten wir. Ab und an meldet sich unser Sonaralarm… Alle sind gespannt und schauen auf die Rollen… „Tuna“ sagt Howey. Direkt unter dem Boot… Mein Herz klopft. Den Kampfgurt habe ich schon an. Nichts passiert. Überall raubende Vögel und Robben. Ab und an sehen wir „Tuna splash“. Per Funk kommen Meldungen „New Moon Hookt Up!“ Andere Boote auch! Wieder Sonaralarm! Spannung steigt! Was für ein Nervenkitzel… Man weiß, daß die Fische da sind. Man sieht sie auch beim springen. Sonar meldet sich und ich warte auf meine Chance!
Vor dem Flug 24 Std. nicht geschlafen, 7 Std. den Atlantic überflogen, 6 Monate davon geträumt. Bis jetzt habe ich nur Makrelen gefangen.

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Boouummm ! Hook-Uppppppppp !

Schreit Howey. Es ist genau 14:20. Ein brutaler Biss reißt das an die Rute getapte Mono in die Tiefe.

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Der Fisch ist gehakt und zieht Schnur. Und zieht und zieht. Die 130er Penn wird immer leerer und der Fisch legt ein beeindruckenden Run hin. Inzwischen sitze ich im Kampfstuhl und warte, daß mir Howey die Rute vor dem Stuhl montiert. Howey grinst und sagt „U have a lot of work“. It´s a Big one!
Ok. Ich bin bereit… Howey hat mir die Rute übergeben und der Fisch zieht auch nicht mehr… Ich drehe einmal an der Rolle… Ach du Sch….e! denke ich mir. Bis dahin dachte ich das ich ein starker Kerl war. Hehehe. Nix da. Ich komme mir sooo klein und kraftlos vor. Nicht umsonst nennt man die Tune „Die Bullen des Atlantic“. Etwa 20 min. später sehe ich den Topshot, aber glauben tue ich nix. Der gibt nicht so schnell auf denke ich mir… Ich spüre wie stramm das Geschirr sitzt… Und er legt erneut einen Run hin. Wieder ist die Rolle fast leer. Na gut. Auf ein Neues. Inzwischen reicht mir Kewin Wasser. Weitere 20 min. Wieder sehe ich das Topshot. Kewin und Howey grinsen und glauben nicht daß der Fisch schon aufgibt. Ich frage Kewin ob der Fisch groß ist und wieviel Pound er ihn einschätzt. Seine Antwort, ich solle die Klappe halten und kämpfen! Wieder TILT! Natürlich wurde inzwischen per Funk Meldung gemacht daß wir ein Hook-Up haben und das ich im Drill bin. Ich höre über Funk… Gooo Danny Goooo! (Den Namen Danny habe ich Potato-Nose Thomas zu verdanken).

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Das Gebiet wo wir die Thune jagen ist nur 60-80 m tief. Das hat den Vorteil, daß er nicht in die Tiefe flüchten kann. Aber der Fisch wird nicht so schnell müde… Das ist der Nachteil!… Howey lässt mich noch nicht einmal Luft holen… und pusht mich ständig mit „Come on! Fight! He is tired! Dany come on!“ Nach sechs Run´s fängt der Tuna an Kreise zu ziehen. Fix und fertig. Bis in die Unterwäsche bin ich durchnässt… Gerade als ich denke daß er müde ist zieht er wieder Schnur… Beim sechsten Run schreie ich dem Fisch hinterher. (Nur etwas nettes natürlich )

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Der Fisch Meines lebens

Jetzt zieht er nicht mehr so viel Schnur. Ich nehme alle Kraft zusammen und kurbel was meine Kraft noch hergibt… Alle schreien daß der Fisch Flanke zeigt. Er ist schon zu sehen. Nur ich seh den Fisch wegen der Reeling nicht. Ein zwei Umdrehungen noch und Kewin hat jetzt den Leader in der Hand und Howey schnappt sich mit hilfe eines Gafs den Schwanz. Sie binden den Thunschwanz fest… Und ich möchte MEIN Fisch sehen.
Erst einmal schreie ich sooo laut, daß man mich bis nach Übersee in Deutschland hört. Danach kommen Howey und Kewin und umarmen mich. „Good Job Guy!“ sagen sie. Ich löse mich mit zitternden Händen von dem Kampfstuhl und schaue über die Reeling… Mein Gott… Sofort schiessen mir Tränen in die Augen. Was für ein Fisch! Das ist der Fisch meines Lebens. Immer habe ich so einen Fisch nur in Dokumentarfilmen gesehen… Nun habe ich mit ihm gekämpft.
Hier werden mich alle Angler verstehen. Ich bin im siebten Himmel. Fixiert im Schlepptau fahren wir Richtung Hafen. Howey und ich zünden uns eine Zigarre an. Immer drehe ich mich um und schaue nach dem Fisch… Ich kann es nicht glauben. Neugierig frage ich Kewin wie groß der sei, was er denkt. Er weiß es, sagt es mir aber nicht. Wenn wir ihn gewogen haben, weißt du es, sagt er.
Schon wieder: TILT

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Im Hafen angekommen wird der Fisch mit einem Kran an Land gehoben. Ein Gabelstapler steht schon bereit. Wie geil, denke ich mir. Alleine schon zu sehen, daß ich einen Fisch gefangen habe der mit einem Gabelstapler transportiert werden muss… Das ist irre! Also sage ich mir: „Timo! Du fängst keine Dorsche mehr!!! Hehehe!“

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Die Waage bleibt exakt bei 544 lbs stehen. 247 Kilo. Woowww. Nicht schlecht. Nach einigen Fotos umarme ich ihn und knutsche ihn sogar. Den Haken und die Schwanzflosse habe ich bekommen und natürlich eine Kopie von den Fangdokument.

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Nochmal umarme ich Howey und Kewin. Abends schicke ich Fotos an meinen Sohn. Er ist hin und weg und schreibt mir, daß er für mich eine Überraschung hat. Ein paar kanadische Lobster habe ich noch mit nach Deutschland genommen. Ich saß mit einem mega breiten Grinsen im Flugzeug und war: „Just Happy!“

Zuhause angekommen überreichte mir mein Sohn ein Zertifikat „Sealord of Atlantic Ocean“. Er hat mir auf dem Meeresgrund Land gekauft. Das finde ich Klasse von meinem besten Freund, der 12 Jahre ist. Danke Tayfun.

Liebe Angelfreunde das waren meine Erlebnisse in Canso, die ich mein Leben lang nicht vergessen werde. Bei Fragen könnt ihr mich gerne anrufen oder im Gästebuch eine Notiz hinterlassen. Würde ich wieder nach Canso fliegen? Ohne wenn und aber: JA!

Vielen Dank an Thomas von Tunaxxl und Kai Witt Globalfishing Adventures

Special thanks to : Berkley, Dave, Jaeson Howard, Jerry Howey, Kewin, Thomas, Malwin, Rodney und allen Canso Skippern.
THANK YOU !

Tight Lines! Timo

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